Blick über den Zaun
Auch im Nachbarland ist man mittlerweile mit blindem Eifer dabei, die bösen Computernutzer und Raubmörderkopierer dingfest zu machen. Auch mit der hiesigen Prämisse des Generalverdachts hat man sich scheinbar beschäftigt. So berichtet Gulli von der dortigen Kommission für Datensicherheit und der Initiative, die Benutzer ab 50 geshareten Files auf die Beobachtungsliste setzt. Und dies - Achtung, jetzt kömmts - unabhängig von Art und Inhalt der freigegebenen Dateien. Superklasse.
Die Gegenwelle rollt:
Auf der eigens dafür aufgestellten Seite “51 fichiers” (51 Files) rufen sie die Bürgerinnen und Bürger ihres Landes zum zivilen Ungehorsam auf. Jeder Unterstützer der Aktion soll mindestens 51 Files, die unter Anwendung der CC-Lizenzen veröffentlicht wurden oder Public Domain sind, zum Download anbieten und sie dort behalten, bis “etwas passiert ist”.
Müssten die nicht alle Bibliotheken sofort schliessen? Die bieten doch auch Bücher und Medien an, für jedermann zum Ausleihen.
Bin mal gespannt, wann das zu uns rüberschwappt.
And miles to go…
Ein Gedicht von Robert Frost, das mich seit meiner Schulzeit (ja, ich hab es zum ersten Mal in meinem Englischbuch gelesen) fasziniert hat.
Stopping by woods on a snowy evening
Whose woods these are I think I know.
His house is in the village, though;
He will not see me stopping here
To watch his woods fill up with snow.
My little horse must think it queer
To stop without a farmhouse near
Between the woods and frozen lake
The darkest evening of the year.
He gives his harness bells a shake
To ask if there is some mistake.
The only other sound’s the sweep
Of easy wind and downy flake.
The woods are lovely, dark and deep,
But I have promises to keep,
And miles to go before I sleep,
And miles to go before I sleep.
Der Himmel brennt
Ein beeindruckendes Foto von Giampaolo, der in seinem Account noch mehrere farblich geniale Shots hat. Das Bild steht unter folgender Lizenz.

(via F!XMBR entdeckt)
Wolkenbruch
Eben noch beim Wetterradar gesehen, jetzt schon hier, passend zum Bericht im RTL Nachtjournal:
WOLKENBRUCH
Das war’s dann auch mit dem TV Empfang … Klick.
…, die tun was!
Ein herzliches Dankeschön an Herrn Onfire. Hat mich doch eben beim brausen auf seinem Blog aus der rechten oberen Ecke unser geliebter Bundesinnenmini angelächelt. Ich wollte ihn schon lange auf der Seite einbauen, weil ich ihn einfach so mag. da lacht mich der blaue i-Button an und es gibt sogar ein Wordpress-Plackin dafür.
Tataaaa, also hier ist er nun (guckst Du vorsichtig nach oben rechts). Und immer schön sauber bleiben, Wolle ist watching you!
Abstumpfung?
Eigentlich habe ich heute ja nur gearbeitet und nebenbei News konsumiert. Und die kamen in so kurzem Takt mit so absurdem Inhalt, dass ich eigentlich gar nicht größer darüber schreiben wollte. Tue ich auch nicht, nur einige Stichlinks:
Lowlight: Moni Harms, Generalbundesanwältin:
Nur weil eine Methode von der Stasi in ganz anderem Zusammenhang eingesetzt wurde, heißt das noch nicht, dass sie für uns schon deswegen tabu ist.
Hackerparagraph und die Reaktion
Angesichts eines Verweises des weit gestrickten Paragraphen 129a StGB gegen die Bildung terroristischer Vereinigungen auf den neuen Paragraphen 303b sehen sich Blogger aus den Reihen des CCC, der für eine kritisch-schöpferische Auseinandersetzung mit der Informationstechnik im Rahmen einer eigenen Hackerethik eintritt, nicht nur bei Sicherheitstests mit einem Bein im Gefängnis stehen. Sie fürchten vielmehr, dass der CCC oder lose Zusammenschlüsse von Sicherheitsexperten bald auch als Terrorgruppierung verfolgt werden könnten.
Die Quelle hierzu bei Fefe
Ich wollte schon seit Jahren dem CCC beitreten. Sollte ich das nicht mal bald tun?
Towel Day
Heute ist Towel Day, hab es glatt verschwitzt. Zum Glück gibt es nette Blogs, die einen daran erinnern. Die quasi-offizielle Webseite ist wohl diese hier.
Al for president
Was ich mich schon beim Anschauen des Films “Inconvenient Truth” fragte - ob dieser Mann denn noch mal fürs Weisse Haus kandidiert - wird in der Kurzrezension seines neuen Buches “The Assault on Reason” im SPON heute zumindest nicht verneint.
“Ich erwäge nicht, ein Kandidat zu sein. Ich habe keine Pläne, ein Kandidat zu sein.” Und dann aber, der Coup de grace: “Ich habe nicht ausgeschlossen, irgendwann in der Zukunft in Betracht zu ziehen, ein Kandidat zu sein.”
Wir können also noch Hoffnung haben. Und wer übernimmt in Deutschland diese Aufgabe?
Auf jeden Fall wieder mal ein Buch zum Lesen, dass ich mir übernächstes Wochenende in London holen werde. Schneller wird’s bei Amazon auch nicht gehen :-).
Heise lügt?
Oder zuviele Redakteure sitzen an den Artikeln. Da wird in einer aktuellen Meldung davon gesprochen, dass das Grundgesetz an die moderne Kommunikationsgesellschaft angepasst werden soll. Als “4. Dimension” (ja nee is klar) muss das Internet auch im Grundgesetz berücksichtig werden.
Weiter wird ausgeführt
… auf einer Linie mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), der Artikel 13 des Grundgesetzes zur Unverletzlichkeit der Wohnung auf den Computer ausgeweitet sehen wolle,…
Moment, nun bin ich milde verwirrt. Unser Innenmini nun doch als verkannter Freiheitskämpfer? Ein Klick auf den zugehörigen Link bringt Klarheit:
Das Innenministerium will für die Präventivmaßnahme nun das Grundgesetz ändern. Nach einem Vorschlag von Schäubles Beamten könnte in Artikel 13, der die Unverletzlichkeit der Wohnung regelt, künftig auch “die Datenerhebung mit technischen Mitteln” mit einer Grundgesetzänderung verankert werden.
Ah, also doch. Da kann ich ja beruhigt sein…
Alles wird gut
Oh, schön! Nun weiss ich, dass ich mir keine Gedanken mehr um die Zukunft machen muss. Bald wird Google das schon für mich tun:
Ziel sei es, so sagte Google-CEO Eric Schmidt laut Financial Times, möglichst viele persönliche Daten zu sammeln, so dass man den Benutzern eines Tages sagen könne, welchen Job sie nehmen und was sie morgen machen sollen.
Gefunden bei heise
Ich glaub’ mein Schwein pfeift.
Unglaublich! Ich dachte, sowas gibt es seit Scheibenwischer und dem berühmten Austrahlungsverbot in Bayern nicht mehr.
(via Basic Thinking)
Dialoge
Frühstücksraum in einem 4-Sterne-Hotel im Businessviertel von Eschborn:
HFA (Hotelfachangestellte, Anfang 20)
D (Gast)
(tritt ein: Gast)
HFA: Ihre Zimmernummer bitte?
D: (Seh ich doch nicht so verschlafen aus?) 405.
D wandert zum Samowar und freut sich auf den Earl Grey
HFA: Sie sind aber nicht für das Frühstücksbuffet eingetragen.
D: Dann machen Sie das bitte noch.
HFA: Das müssen Sie aber bezahlen.
D: (denkt kurz darüber nach, ob das Blondchen den Ausdruck TANSTAAFL verstehen würde, verwirft dies aber) Ja, davon gehe ich aus (lächel).
HFA: Das kostet 15 Euro.
D: (?? … ah, das Frühstück) Ok!
Abgesehen davon, dass ich schon für deutlich mehr Kohle gefrühstückt habe, frage ich mich, wo jetzt der Dienst am Kunden lag? Ihn darauf hinzuweisen, dass für ihn Mehrkosten entstehen, wenn er sich den Freuden des Buffets hingibt, oder ihn am frühen morgen in Diskussionen zu verwickeln, dass das ja so nicht geht. Da kann ja jeder kommen.
Ich geh’ jetzt arbeiten….