Selbstanzeige
Hiermit verkünde ich öffentlich: Ich spiele gerne Ballerspiele, Egoshooter oder Killerspiele (Nennt es, wie ihr wollt).
So, denn ich kann diese ewige Diskussion, die nun aufbrandet, einfach nicht mehr hören. Wieder einmal fordern Politiker aus allen Reihen, dass nun auch endlich die Killerspiele verboten werden müssen.
Schäuble will ein Verbot virtueller Waffen, lehnt aber gleichzeitig eine Verschärfung des realen Waffengesetzes ab (Tagesschau).
Zeitungen berichten einseitig und beeinflussend. So gestern im Flieger der Preprint des Handelsblattes sinngemäß:
Auf dem PC von Tim K. wurde eine Version des Killerspiels Counterstrike gefunden. Dies war eins der Motive für die Tat.
Der Duden definiert Motiv wie folgt:
Motiv 1. Anlass, Auslöser, [Beweg]grund, Triebfeder, Ursache, Veranlassung; (bildungsspr.): Movens. 2. Leitgedanke, Leitmotiv, Thema.
Ein Spiel als Ursache für eine solch schreckliche Tat? Sorry liebe “Journalisten”, da habt ihr eure Hausaufgaben wohl doch ganz schlecht gemacht.
Ganz klar: Diese Tat war schrecklich und verabscheuenswürdig. Aber die Ursache mal wieder in den Killerspielen zu suchen wäre viel zu einfach.
Denn sonst müsste man mich jetzt ganz einfach präventiv verhaften, oder?
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Bekenntniss (mal ohne viele Worte) ……
Ich bin auch einer von denen, die gerne Ballerspiele, Egoshooter oder Killerspiele spielen.
Los steinigt mich, bevor ich Amok laufe!
via Tigermaus
via Dirk
via ChipWatchBlog
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Galeria Kaufhof: Ab April 2009 keine USK 18-Spiele mehr im Sortiment
…
Kommentare
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Die Volksverdummung durch die Medien und die schöne bunte Konsumwelt, der AUCH ICH mich nicht so ganz entziehen kann, bringt programmierte Hüllen heraus. Und da der moralische Kontext durch die Sozialisierung nicht mehr gegeben ist, passieren bei den fehlgeleiteten Exemplaren Dinge wie dieser Horror.
Wo waren die Eltern & die Famile?
Wieso ist da niemanden etwas aufgefallen, wieso haben alle weggesehen?
Nach der Waffengesetzgebung hätten dem Jungen die Waffen nicht zugänglich sein dürfen.
Kontrolliert das mal jmd?
Wir haben eine FSK für alle Medien.
Über das Internet wird das alles locker umgangen, das ist fact.
KONTROLLIEREN kann man das schwierig, weil es immer Wege drumrum gibt.
Aber wenn Stadtväter sich hier selber sinnlose Denkmäler setzen, aber gleichzeitig die Mittel für Schulen & Kindergärten kürzen. Da fragt man sich doch, warum das alles noch jmd wundert?
Die Welt ist verändert, das System nicht.
Eltern sind überfordert. Sind so in ihrem Überlebenskampf eingebunden, das Kidz oft nur noch still gestellt werden mit TV,PC oder Spielekonsole.
Ob der Staat hier nicht eingreifen sollte?
LÖSUNGEN?
Social Coaching in den Schulen.
Ethik als sinnvoll orientiertes Pflichtfach.
Gruppenorientiertes Unterrichten.
Pflichtbesuche des Jugendamts bei Eltern. Aber nicht als Kontrollinstitution, sondern ALS HILFE!
Das man keine Angst hat, wenn da jmd kommt (was IMMER der Fall ist) sondern sich freut, das jmd professionelle Hilfe bringt.
Ich spreche hier nicht von einem sozialistischen Erziehungsmodell. Ich möchte lediglich sicher gehen, das Kinder erzogen werden im Sinne einer Moral. Ob die Christlich, Muslimisch oder sonst wie ist:
Ein Land ist nicht nur die Geografie.
Es ist ein Zusammenhalt von Menschen, die nach einem gemeinsamen moralischen Kontext in einer gemeinsamen Kultur leben.
“Und auch die strengsten Vorschriften könnten nicht verhindern, dass dagegen verstoßen werde.”
Das betrifft nicht etwa Web-Zensur-Pläne oder das Killerspielverbot, sondern Waffengesetze. Nehmt den Leuten die ECHTEN Knarren ab!
Ist die Lobby der Sportschützen wirklich stärker als die der Shooter-Spieler? Im September ist Bundestagswahl. Aufwachen!
Es ist doch wohl ganz offensichtlich, dass der waffenfanatische Vater und die Depressionen des Jungen nichts, aber auch gar nichts mit der Tat zu tun hatten.
Schon Sherlock Holmes wusste: das erste und einfachste was man findet, ist das Motiv. Auf keinen Fall tiefer graben oder genauer drüber nachdenken.
Und die unangenehme Arbeit an andere (i.e. BPjM) abwälzen anstatt – weiß auch nicht – private Schusswaffen zu verbieten?!
Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, haben alle Amokläufer meist gemein, dass sie äußerst leicht an Waffen kamen, meistens über die Eltern.
In wie vielen Haushalten findet man wohl CS auf einem PC?
Vermutlich hat auch jeder von denen als Kind Tetris gespielt und Sesamstraße geguckt.
Ich spiele übrigens nicht solche Spiele, die ständige Diskussion der dummen Politiker regt mich trotzdem auf.
Danke für Eure ausführlichen Gedankengänge, die ich alle sehr gut nachvollziehen kann.
Auch ich habe als Kind mit Spielzeugsoldaten gespielt, war Cowboy und habe Platzpatronen verknallt. Das war zwar zu der Zeit (Friedensbewegung etc.) irgendwann von gewissen Kreisen verpönt (“Du, da müssen wir nochmal im Stuhlkreis drüber diskutieren”) aber geschadet hat es mir hoffentlich auch nicht.
Die Politik schlägt halt immer auf das ein, was am publikumswirksamsten und einfachsten ist und keiner Lobby (hier: Waffen, Schützenvereine) wehtut.
Und Stefan, zum Thema Bundestagswahl: Nichts ist vergesslicher, als das dumme Wahlvieh, leider …
Gut gesprochen “Bruder” ;-)
Ich habe mir dazu in meinem Blog auch mal wieder ausführlichst den Frust von der Seele geschrieben. Das Schlimme ist: Die, die da jetzt gegen Killerspiele wettern, die kommen damit durch. Und die, die dagegen angehen (also unter anderem auch wir) werden von denen, die eine andere Sichtweise auf die Medaille mal wieder nötig hätten, nicht gelesen. Die lesen ganz normal Zeitung oder gucken die Tagesschau: und fallen rein auf die bequeme Lüge, dass Computerspiele unsere Gesellschaft verderben.
Es ist immer noch ein Kampf gegen Windmühlen. Zermürbend. Und dann sitze ich doch immer wieder da und kämpfe.
Der Mensch ist leider nun mal so gestrickt, dass er alles immer irgendwie erklärt haben will. Möglichst schnell und möglichst einfach. Es gibt aber nun mal Dinge die nicht erklärbar sind, bzw. wo selbst Experten höchsten Lösungsideen haben aber keine exakten Lösungen. Dazu gehört auch das menschliche Hirn. Was aus Tim K. den Amokläufer von Winnenden gemacht hat wird man nie genau erfahren. Die Tat an sich ist aber im wahrsten Sinne so unbegreiflich, dass trotzdem nach Lösungen gesucht wird. Man will nicht dass so etwas willkürlich ist, und das man keine Kontrolle darüber hat. Deshalb kommt nach jedem Amoklauf die unsäglich “Killer”-Spiel-Diskussion auf, und nach jedem Terroranschlag eine Verschwörungstheorie. Statt sich einfach klar zu machen, dass es Dinge gibt die man nicht gänzlich vermeiden kann.
Im Fall von Amokläufen wird halt gerne das simple und falsche lineare Kausalprinzip der Ego-Shooter genutzt. Sie Wwirken ein wenig Suspekt und haben nur eine kleine Lobby. Und schon ist der Trieb befriedigt eine Lösung für ein unlösbares Problem zu finden.
Leider gibt es keine Lösung, und so hart es klingt, es hat schon immer Amokläufe gegeben, schon bevor es Computer gab, und es wird immer welche geben. Ziel muss es also sein, die Zahl gering zu halten und sie gegen Null tendieren zu lassen. Das erreicht man jedoch nicht mit dem Verbot von “Killer”spielen.
@ Georg :
Zustimmung für Deine These über die Kontrolle, bzw. Angst vor dem Kontrollverlust. Ergänzend könnte man noch anmerken, dass gewisse Personengruppen gerne ein Motiv für die Öffentlichkeit bereitstellen möchten um so zu signalisieren, sie hätten jetzt wieder alles unter Kontrolle, weil der Auslöser bekannt sei.
Ich glaube auch fast, selbst wenn ein Amokläufer gar keinen Computer hätte, würde behauptet werden er hätte irgendwo mal Counterstrike gespielt. Wichtig ist eben nur eine einfache Erklärung zu finden, als einzugestehen, dass der mensch so komplex ist und in seinem Leben so viel Mist passieren kann, dass bei einigen wenigen ohne großen Grund die Sicherung durchbrennt.