Drucksache
Gedanken - auf der Suche nach einem neuen Druckknecht
Vor über 20 Jahren war es ein 9-Nadeldrucker.
Das waren Dinger, die machten beim Drucken einen Krach, als ob vor der Haustüre eine Straßenbahn vorbeifährt. Das war zu der Zeit, als Compact Discs noch Langspielplatten hießen und aus schwarzem Plastik waren. Als man nach 20 Minuten die Scheibe umdrehen mußte, damit die Musik weiterging.
Ähnlich war es mit dem Nadler. Das Papier wurde damals durch einen Traktor (nein, kein Traktorstrahl ihr Trekkies) mittels gelochter - mit perforierter Abrißkante versehenem - Seitenrand in Endlosform an der horizontalen Druckmaschine vorbeigeführt. Mein erster Nadler damals war einer von der schnellen Sorte, der druckte nicht nur hin, nein … auch wieder zurück. Dadurch war er doppelt so schnell wie die anderen.
Ganz clevere Programme tauchten auf, die ließen die Nadeln, die das Farbband auf das Papier drückten - und so nebenbei auch die Schrift erzeugten - in einem eigenen Rhythmus tanzen, so dass eine Qualität entstand, die nach mehr aussah, als wofür die Matrix des Druckkopfes eigentlich gedacht war. Dann kamen die 24-Nadler und jeder der neuen Besitzer schaute mitleidig auf die 9er hinab. Das laute Rattern wurde abgelöst durch ein feineres, höheres Surren, nicht minder nervtötend auf Dauer.
Ich weiß gar nicht, wie es dann weiterging, kamen zuerst die Laser und dann die Tintenspritzer oder umgekehrt? Auf jeden Fall versetzten diese Geräte den alten Pieksern den Todesstoß. Fortan wurde Papier schnell, leise und bald sogar bunt bedruckt. Man machte sich Gedanken über Toner, Ozon und Spritzen mit spitzen Nadeln, mit dessen Hilfe man die Geldbeutel der Druckpatronenmafia durchlöcherte.
(Was ist eigentlich aus dem papierlosen Büro geworden?)
Ich erinnere mich an den Drucker vom C64. Wir sind immer aus dem Raum gegangen und haben die Tür zu gemacht. Verdammt, der war laut!