Augenwischerei?
Nun haben wir noch ein paar Eliteunis mehr. Wir sind Elite. Klasse, das war ich als Absolvent einer der ersten deutschen Eliteunis schon länger :-) .
Spaß beiseite.
Was bringt uns das? Was bedeutet dies für die Entwicklung unseres wissenschaftlichen Nachwuches? Es gibt Geld, vermeintlich viel Geld für die neu gekürten Unis. Die Schere geht also weiter auseinander.
Schaue ich mir die Lage in den Grundschulen an, in der die späteren Elitestudenten herangezogen werden sehe ich das eigentliche Problem. Zu wenige Lehrer, veraltete Lehrmittel, Unterrichtsausfälle. PISA-Misere. Viele Grundschulen halten sich nur durch Engagement der Eltern, nicht zu letzt gezwungen freiwillig finanziell (Stichwort: Lehrmittelfreiheit!?) und auch durch wirklich freiwillige Unterstützung (finanziell wie auch durch aktive Hilfe) einiger weniger über Wasser.
Sollen hier die Absolventen der Eliteunis aufwachsen? Findet noch Chancengleichheit statt? Längst scheint doch auch bei der Vergabe des Titels Eliteuni der Konsensgedanke einzuziehen. So schreibt der Spiegel:
Bei der aktuellen Vergaberunde scheinen die Gremien sichtlich bemüht, die Konflikte zu entschärfen. Zum einen rücken jetzt Göttingen und die FU Berlin in die Spitzengruppe auf. Zum anderen zeichnet sich auch bei den anderen Förderlinien ab, dass nord- und ostdeutsche Hochschulen diesmal stärker an den Mitteln für Exzellenzcluster und Graduiertenschulen teilhaben.
Sollten wir das Geld, das nun in die Hochschulen fliesst — und zweifellos dringend benötigt wird — nicht sinnvoller einsetzen und das Übel der deutschen Bildungsmisere versuchen dort zu entschärfen, wo es gepflanzt wird?
(filed under: laut nachgedacht)
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