Rasselbande
Seien wir ehrlich, eigentlich war das ja nur eine Frage der Zeit:
Erst gab es die festen Werbebanden. Sehr unpraktisch, aber zu der damaligen Zeit wechselten die Sponsoren und Werbeträger noch nicht wöchentlich und waren an den Fingern einer Hand abzählbar.
Dann kamen die Rollbanden. Diese hatten den Vorteil, dass man auf der selben Werbefläche mehr Sponsoren unterbrachte. Die Flächen konnten - vermutlich zum selben Preis - mehrfach vermietet werden.
Danach eroberten die Werbeflächen auch den Rasen: diese unheimlich clevere Erfindung der Werbematte, die perspektivisch im Fernsehen aussieht, als ob sie aufgestellt ist. Verwirrend nur, wenn die Spieler da durchlaufen wie Luft.
Kürzlich kamen, schon lange überfällig, die digitalen Banden, mit wechselnden Anzeigen, programmierbar. Immer noch angenehm ruhig. Werbefirmen kommen und gehen, alles im Handumdrehen durch Software einspielen. Doch damit ist es nun vorbei.
Gerade im Spiel Irland gegen Deutschland in Dublin kam die (logische) Steigerung des Werbens: Die animierte Bande.
Zukünftig wetteifern die ehemaligen Seitenaufsteller mit den Aktueren auf dem Rasen um die Aufmerksamkeit des Fernsehzuschauers. Es ist derzeit extrem nervtötend, wenn neben dem Spiel Werbeeinblendungen seitlich wegscrollen und den sich warmlaufenden Spieler überholen. Wenn die T-Punkte ins Bild fliegen und mit dem Ball wetteifern. Wenn es blinkt und flackert und das Auge des Fans beleidigt wird.
Wie sieht wohl die nächste Iteration aus … seien wir gespannt. Sicher ist nur, sie wird noch aufdringlicher sein.
Mich stört das eigentlich weniger.
Ich habe mich nur immer gefragt, wieso die auch im Ausland deutsche Werbung haben. Aber beim letzten Spiel gegen Wales (?) bin ich dann dahinter gekommen: Die jeweiligen Fernsehsender filmen von zwei Seiten. So sehen die deutschen Zuschauer deutsche Werbung und die ausländischen Zuschauer ausländische Werbung.
Über die animierten Banden habe ich mich auch vorhin gewundert. Ich hab mich gleich gefragt ob die Elektronik wohl regensicher sind, aber dann fiel mir ein, dass Fussball heutzutage ja nicht mehr draußen ist.