Beobachtungen - im Freizeitbad
Inspiriert durch Deelis lesenswerte Höflichkeitskolumne “don’t impose“, möchte ich ein paar Beobachtungen des heutigen gestrigen Tages aufschreiben (ist schon wieder kurz vor ein Uhr). Fortsetzung nicht ausgeschlossen. Die Kategorie Beobachtungen habe ich sicherheitshalber schon einmal eingerichtet.
Tatort Freizeitbad, Liegewiese. Es macht einen Heidenspaß, die dort auftretende Spezies Mensch über den Buchrand zu beobachten. Viele skurrile Gestalten, wie man sie sich besser nicht hätte ausdenken können. Leider aber auch Verhaltensweisen, bei denen ich mich heute ab und zu gefragt habe, in welcher Liga diese Leute eigentlich spielen. Gute Kinderstube, Rücksichtnahme? Fehlanzeige!
Fall 1: ausgebreitete Decken. Wer auf der Liegewiese liegt, breitet sich aus, so auch wir. Mit drei Erwachsenen und acht Kindern nimmt man eine gewisse Menge an Raum ein. Sind die Kids im Wasser, liegen Decken einfach nur so da, ohne benutzt zu werden. Nun ist weiterhin bekannt, dass die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten eine Gerade ist. Befindet sich auf dieser Gerade jedoch eine Decke, sollte man annehmen, das die Person das Subjekt, welches diese Gerade rennend verfolgt, eine Bogen um die Decke macht. Weit gefehlt. Es gibt einige, die das Vorhandensein dieses Territoriums schlichtweg ignorieren, in die Privatsphäre eindringen und schnurstracks über diese Decken hinweglaufen oder -rennen.
Fall 2: Spielendes, umherstreifendes Kind, Marke “hach, mein Kleiner hat ADHS, der kann da nix ‘für“. Der Junge, vielleicht 4-5 Jahre alt, entdeckt die umliegenden Liegestühle, klaut verschleppt lustig Handtücher, klappt die Lehnen ein. Die Mutter, verhalten überfordert, ruft das Kind und versucht einzugreifen mit der ganzen Arie von “jetzt hör aber damit auf“, über “das ist nicht unser Liegestuhl komm hier spielen” bis “komm sofort her dann fahren wir jetzt nach Hause“. Währenddessen experimentiert der Kleine freudig weiter mit fremden Eigentum herum. Die Mutter liegt 5 Meter entfernt ohne körperliche Regung und beschränkt sich auf Verbalübungen. Er merkt wie immer, hinter diesen Drohungen ist nichts, es gibt keine negativen Sanktionen, also mache ich einfach weiter.
Fall 3: Kleinkind mit Schwimflügeln, keine Windel. Mutter Marke gehobenes Prekariat “Ich-lieg-jetzt-in-der-Sonne”. Größere Geschwister passen schon auf. Es kommt wie es kommen muß, das Malheur passiert. Kann ja auch passieren. Tatbestand wird entsorgt, die Hose wird vor aller Augen im Fußbecken dieser Quarantäneduschen ausgewaschen. Dort, wo man hinmuss, wenn man von der Liegewiese ins Wasser möchte. Hallo? Die Hose kurz ausgewaschen, dem Kleinen wieder angezogen. Soll er weiterspielen gehen. Man könnte den Kleinen ja mal komplett saubermachen, die Einrichtung dafür haben glaube ich schon die Römer erfunden. Dort gäbe es auch Waschmöglichkeiten für die Hose … ach nö. Cool ist dahingegen, aus dem besagten Wasser eine Doppelhand voll Wasser abzuschöpfen, diese 20 m weiter der auf der Liege liegenden Freundin zur Aufheiterung einfach überzugiessen. Haste toll gemacht!
Was ist eigentlich mit der natürlichen Auslese passiert. Wo ist die, wenn man sie mal braucht?
to be continued … maybe
vielen dank für die überaus nette erwähnung!