Abzocke? – the story continues …
Ich hatte vor einiger Zeit berichtet, dass ich eine Mahnung bekommen habe, mit der ich nichts anfangen konnte. Nun wird es Zeit für ein Update, es gab zwei neue Ereignisse in dem Fall:
05. Juni
Es meldet sich schriftlich eine Inkassogesellschaft aus Mannheim inklusive Überweisungsträger. Es geht um die Forderungssache $Firma und die Rechnung vom 05.04.2007. Hinzu kommen jetzt 24,50 Euro Inkassokosten und 10 Cent Verzugszinsen. Gesamtbetrag nun 104,44 Euro.
Man unterbreitet mir ein Angebot, den Betrag bis 20.06. zu überweisen, dann verzichtet man auf die Berechnung weiterer Zinsen. Logisch, wenn beglichen, keine Zinsen.
Auch Ratenzahlung (10 Euro pro Monat) wäre kein Problem. Hier sieht man schon die vermeintliche Zielgruppe des ganzen: verängstigte Schüler, sozial Schwache, etc. Also jeder, der sich durch eine offizielle Aufmachung einschüchtern lässt.
Reagieren Sie in jedem Fall, denn falls sich keine Zahlung bis zum 20.06.2007 erfolgt, müssen wir ein gerichtliches Mahnverfahren gegen Sie einleiten.
Sie verlieren durch Mahnverfahren und Zwangsvollstreckung zusätzlich viel Geld.
Man beachte den geschickten Einsatz der Fettschrift. Die Drohung Zwangsvollstreckung wird direkt in den Raum gestellt.
07. Juli
Die Inkassofirma ruft mich an (natürlich mit unterdrückter Rufnummer)! Eine nette (und kooperative) Dame am Telefon fragt mich nach dem Stand der Sache. Erstmals fällt auf Nachfrage der Name der Firma, die die Forderungen stellt, nämlich U**N*XT (die restlichen Buchstaben sinnvoll ergänzen, möchte den Google-Spidern nicht direkt in die Arme spielen). In bisherigen Schreiben war es immer die Ltd. in England, welche übrigens mit av beginnt und auf eo endet.
Dort soll ich mich auf jeden Fall am 13. Februar 2007 mit vollem Namen und Anschrift, Telefonnummer sowie einer GMX-Mailadresse (irgendwas mit a.sadf@gmx.net, also gefaked) für einen 3-monatigen Testzeitraum angemeldet haben.
Auf Rückfrage, was für eine Firma UN denn sei und welchen Vertrag ich mit ihr abgeschlossen hätte, bekomme ich zu hören, das ist eine Filesharing über Internet-Lösung sei. Auf die Antwort, dass ich so etwas nicht tun würde, das sei ja illegal, sagt sie: “Das habe ich schon gedacht, dass es sich dabei um einen Betrug handelt. Dann müssen Sie am besten jetzt eine polizeiliche Betrugsanzeige stellen, damit das aus der Welt geschafft wird.”
Das habe ich aber komplett verneint, schliesslich sind mein Name/Adresse/Telefonnummer jederzeit öffentlich zugänglich und es kann jeder unter Nutzung dieser Daten irgendwelche Formulare im Internet ausfüllen (ich hatte vorher gefragt, wie der angebliche Vertrag zustande gekommen sei – Antwort: Internet). Ich sagte ihr, hier sei nicht ich der Geschädigte und müsste Anzeige stellen, sondern die Firma, deren Dienstleistungen von Dritten, mir unbekannten Personen, genutzt wurden. Sie nahm das so auf, mit dem Hinweis, auch sie würde nur eine Liste abarbeiten und die Empfehlungen darauf aussprechen. Dies würde nun so an den Anspruchsteller gehen, sie wisse nicht, wie es danach weiterginge.
Ich bin gespannt. Nach diversen Forumsbeiträgen im Internet müsste als nächstes ein Schreiben einer Anwaltssozietät kommen, die eine letzte Forderung vor dem gerichtlichen Mahnbescheid stellen, sogar mit reduziertem Betrag, als gütliche Einigung.
To be continued…
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