Bildung - immer mehr eine Finanzfrage

Da fragt man sich nun echt, wohin es mit Deutschland noch gehen soll. Einerseits beklagt man sich über schlechte PISA-Noten und setzt alles daran, im internationalen Vergleich wieder nach vorne zu kommen. Andererseits werden Beschlüsse verabschiedet, deren Sinnhaftigkeit sich mir entzieht.

Als Eltern kennt man das: Jedes Jahr vor den Sommerferien kommen die beliebten Zettel zum Thema Lehrmittelfreiheit. Man darf dann wieder gehörig in die Tasche greifen, um den Schuletat zu entlasten und sich einen Teil der Lehrbücher selber kaufen. Wieso eigentlich Lehrmittelfreiheit? Hier geht es doch nicht um Freiheit, sondern um den Zwang, die Bildung der Kinder selber zu finanzieren.

Nun wurde das Schulgesetz des Landes NRW letzlich so geändert,

dass der Eigenanteil für Schulbücher für Kinder von Hartz IV-Empfänger vom Schulträger nicht mehr übernommen werden muss. Sie wäre damit eine so genannte “freiwillige Leistung” - die finanzschwache Kommunen gar nicht übernehmen dürften.

(Quelle: AN Online, 19.06.07)

Das heisst also, dass finanziell sowieso nicht gutgestellte Familien in Zukunft vor der Entscheidung stehen, Essen oder Bildung. Was dann entschieden wird, kann sich jeder selber denken. Wieder einmal wird hier die Bürde auf die Schultern derjeniger verteilt, die sowieso keine Lobby im Lande haben: Familien und sozial Schwache.

Wir vertiefen die Gräben der Gesellschaft weiter. Die Information und Bildung, ein immens wichtiges Gut für die weitere Entwicklung der Menschen, steht nur denen zur Verfügung, die es sich noch leisten können.

Und das werden immer weniger …


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[...] sich nur durch Engagement der Eltern, nicht zu letzt gezwungen freiwillig finanziell (Stichwort: Lehrmittelfreiheit!?) und auch durch wirklich freiwillige Unterstützung (finanziell wie auch durch aktive Hilfe) [...]


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